Transsibirische Eisenbahn

Transsibirische Eisenbahn - © Semonoff/Fotolia.com

Abenteuer auf Schienen - Eine Reise mit der transsibirischen Eisenbahn
Ich hatte mich schon lange auf diese spezielle Reise gefreut. Eine Reise mit der Transsibirischen Eisenbahn. Da ich vorher noch nie eine Bahn-Erlebnisreise gemacht habe, war ich sehr aufgeregt, aber auch gespannt. Und direkt bei unserer ersten Zugreise entschieden wir uns für die längste Bahnstrecke der Welt: Zwischen Moskau und Wladiwostok liegen ca. 9288 Schienenkilometer. In 17 Tagen legten wir diese gewaltige Entfernung zurück.

Nach einem 3-stündigen Flug von Frankfurt nach Moskau kamen wir um die Nachmittagszeit in Russland an. Vom Flughafen wurden wir direkt in unser Hotel gebracht. Auf dieser Fahrt gewannen wir schon ein paar Eindrücke von Moskau bei Nacht. Den beleuchteten Roten Platz und die Basilius-Kathedrale zu sehen, war für uns ein gelungener Start der Reise.

Bequeme Betten und geräumige Kabinen
Am nächsten Tag hieß es dann endlich: Ab zum Bahnhof und in den Zug! Die „Transsib“ stand schon bereit und das Bordpersonal empfing uns sehr freundlich. Wir hatten ein 2-Bett-Abteil gebucht und unsere Erwartungen von einer engen Kabine wurden definitiv widerlegt. Die Kabinen sind geräumig, sodass wir viel Stauraum unter den Betten für unser Gepäck hatten. Der Zug insgesamt war sehr gut ausgestattet. Im Restaurantwagen, welcher zwischen 9 und 20 Uhr geöffnet hat, konnten wir stets Spezialitäten der russischen Küche genießen. Außerdem gibt es an beiden Enden der Wagons jeweils ein Waschabteil mit Toiletten und Waschgelegenheiten. Die Betten waren bequem, sodass man in der Nacht gut schlafen konnte. Somit konnten wir am nächsten Tag wieder gut erholt am Programm teilnehmen.

Mittlerweile waren wir schon ungefähr 12 Stunden gefahren und in Kasan angekommen, wo ein Ausflug anstand. Wir nahmen an einer Stadtrundfahrt teil und unsere deutschsprachige Reiseleitung zeigte uns das UNESCO-Welterbe, die Kreml von Kasan. Das weiße Gebäude mit der goldenen Kuppel ist wirklich einen Besuch wert. Nach der Stadtführung hatten wir den Nachmittag zur freien Verfügung und entschieden uns die Märkte Kasans zu erkunden. Dort fanden wir zahlreiche russische Produkte. Außerdem kamen wir an dem „Tempel aller Religionen“ vorbei und erlebten den Trubel auf der Fußgängerzone. Nach einer Nacht im Hotel setzten wir unsere Reise in Richtung Asien fort. Auf der Fahrt durchquerten wir die Berge und Höhen des Uralgebirges. Der Blick auf die von Wald bedeckte Landschaft war atemberaubend! Die nächsten paar Tage und Nächte verbrachten wir im Zug. Da kein Programm stattfand, konnte man einfach entspannen, die Landschaft an sich vorbeiziehen lassen und seinen Gedanken nachhängen. Die Zeit an Bord bot sich außerdem dazu an, neue Bekanntschaften zu schließen und die Kontakte in der Reisegruppe zu vertiefen. Nur manchmal wurde die Fahrt durch einen Stopp an einer Bahnstation unterbrochen. Hier konnte man kurz aussteigen und sich die Füße  vertreten. An den Bahnhöfen waren viele Händler unterwegs, die versuchten, den Gästen ihre Waren zu verkaufen. Es war interessant, dieses geschäftige Treiben zu beobachten. Jedoch musste man aufpassen, dass man frühzeitig wieder am Gleis war, da der Zug ohne Signal pünktlich wieder losfuhr.

Atemberaubende Landschaft am Baikalsee
Ein Highlight der Reise war definitiv die Fahrt entlang des Baikalsees in der zweiten Woche. Am Vormittag erreichten wir Irkutsk, Sibiriens frühere Hauptstadt. Von dort waren es nur noch knapp 70 km bis zum Baikalsee. Der tiefste See der Erde hat riesige Ausmaße, wodurch man das Gefühl bekam, am Meer zu sein. Das Gewässer wird von Felsen und Wäldern, aber auch von Sandstränden eingerahmt. Wir nahmen an der angebotenen Bootsfahrt entlang der schönen Südküste teil und waren begeistert. Zum Schwimmengehen war es uns aber zu kalt. Die Nacht verbrachten wir in einem Hotel, von dem wir einen direkten Blick auf den See hatten.

Auch die nächsten Tage über konnten wir aus dem Zugfenster einzigartige Landschaften betrachten. Die tiefgrünen Wälder wurden nur von reißenden Flüssen unterbrochen. Hin und wieder kamen wir an kleinen sibirischen Dörfern vorbei, die aus bunten Holzhäusern bestanden. Die nächste größere Stadt, die wir erreichten, war Chabarowsk. Diese liegt direkt am gewaltigen Fluss Amur, welcher bis nach China fließt. Die Stadtrundfahrt ermöglichte uns einen Einblick in die Vielseitigkeit der Stadt. Besonders gefallen hat uns das Ethnografische Museum, da man hier viel über die verschiedenen Völker Sibiriens erfahren konnte. Am nächsten Tag unternahmen wir einen Ausflug in das Naturschutzgebiet Khechzyr in der Taiga und entdeckten dort die Waldlandschaften dieser Region. Unser Reiseleiter erzählte uns hier Interessantes zur Flora und Fauna der Taiga.  

Unsere Reise endete in Wladiwostok, Russlands großer Hafenstadt am Pazifik, welche die Endstation der Transsibirischen Eisenbahn ist. Hier wurde 1891 der Bau der Eisenbahnstrecke begonnen. Wir besuchten auf der Stadtrundfahrt das Ozenarium, den Hafen am goldenen Horn und die Russki-Insel. Diese liegt im Japanischen Meer, kurz vor Wladiwostok. Das Goldene Horn ist die Hafenbucht der Stadt. Außerdem fuhren wir mit einer Seilbahn zu einer Aussichtsterrasse und genossen den Blick über die Bucht und die spektakuläre Russki-Brücke, welche die Russki-Insel mit dem Festland verbindet. Nach 17 Tagen war es Zeit Abschied zu nehmen und es ging mit dem Flugzeug zurück nach Deutschland.

Während der Reise sind wir durch 7 Zeitzonen gefahren, haben riesige Metropolen aber auch einsame Landschaften gesehen und erlebt und viele neue Kontakte geknüpft. Es war eine Reise voller Kontraste und einzigartiger Erlebnisse und wir freuen uns jetzt schon auf unsere nächste Zugreise.

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Susanne, Marketing

Reiselust -
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