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Ein Wochenende im Norden Frankreichs
Ein Wochenende im Norden Frankreichs
Anfang September starten wir zu einem verlängerten Wochenendtrip in den Norden Frankreichs. Wie immer sind wir mit der Bahn unterwegs. Unser Ziel ist die Picardie mit ihrer Hauptstadt Amiens, die noch als Frankreich Geheimtipp gilt.
Wir freuen uns sehr auf die Städtereise Amiens und den Kurzurlaub Frankreich. Mit leichtem Gepäck brechen wir frühmorgens am Frankfurter Hauptbahnhof auf. Mit der ersten DB-SNCF-Verbindung des Tages fahren wir gegen 06:00 Uhr in Richtung Paris.
Der Kultursinnige
Jens erlebt Kultur in all seinen Facetten live und das führt ihn immer wieder auf Reisen. Er kennt die Städte Deutschlands und Europas auf das Beste. Er weiß, welche Ausstellungen angesagt sind, welches Event einen Besuch wert ist und hat auch immer einen Genuss-Geheimtipp parat.
Nach rund vier Stunden bequemer Bahnreise erreichen wir den Pariser Bahnhof Gare de l’Est. Hier endet ein großer Teil der Züge aus Deutschland. Für die Weiterfahrt nach Amiens wechseln wir zum Gare du Nord, der nur wenige Gehminuten entfernt liegt. Auf dem Weg dorthin kaufen wir in einer Bäckerei belegte Baguettes als Verpflegung für die Weiterreise. Der historische Gare du Nord beeindruckt mit seiner Architektur. Von hier fahren die Züge in den Norden Frankreichs ab, wie bereits der Name des Bahnhofs verrät, sowie der Eurostar nach Brüssel und London. Vor dem Gebäude laden zahlreiche Cafés und Brasserien zu einem letzten Kaffee vor der Abfahrt ein.
Die Fahrt von Paris nach Amiens mit dem Regionalzug TER dauert je nach Verbindung maximal 1,5 Stunden. Wir kommen pünktlich in Amiens an. Der moderne Bahnhofsvorplatz überrascht mit seiner Gestaltung und einem kleinen Bambuswäldchen. Bevor wir Quartier beziehen, lockt uns ein erster Bummel durch das urige Stadtviertel Saint-Leu Amiens mit seinen Fachwerkhäusern und bunten Fassaden.
Das charmante Stadtviertel Saint-Leu Amiens ist mit Wasserkanälen durchzogen. Von den einst 24 Mühlen, die mit Ihrer Wasserkraft das Handwerk von Gerbern, Webern, Müllern oder Schmieden unterstützten, sind nur noch 2 Mühlen erhalten. Entlang der Kanäle trifft man heute dafür auf einladende Cafés, Creperien und Restaurants. Auch auf die ein oder andere Urban Art an den Fassaden stößt man beim Bummel durch die schmalen Gassen des Viertels.
Die Kathedrale Notre-Dame d'Amiens ist ein Musterbeispiel der Gotik. Sie gilt als die größte gotische Kathedrale Frankreichs und wurde zum UNESCO-Weltkulturerbe erklärt. Der Innenraum reicht bis zu einer Höhe von ca. 42 Metern. Wir sind beeindruckt. Bei unserem Besuch erleben wir zudem eine Trauung und können ein wenig der festlichen Orgelmusik und einem A-cappella-Chor lauschen.
Der Stadtbummel macht hungrig und der Abend steht auch vor der Tür. Wir haben vorgesorgt und eine Reservierung im Restaurant "Le Quai" gemacht. Dafür werden wir mit einem Tisch im Außenbereich, der Abend verspricht mild zu bleiben, direkt am Kanal mit Blick auf die Altstadt und die versteckte Kathedrale überrascht. Bei einem schmackhaften Essen und einem Glas Wein genießen wir die besondere Atmosphäre.
Von ca. Mitte Juli bis Mitte September lockt täglich am spätere Abend die kostenfreie Licht- und Soundshow "Chroma" auf den Kathedralenvorplatz. Die begeisternde Lichtillumination der Kathedrale lockt zahlreiche Besucher an. Aber jeder findet einen Platz, um das Spektakel zu erleben. Die Show lässt das Bauwerk in wunderschönen Farben und wechselnden Mustern bei Musik erstrahlen. Fantastisch!
Am nächsten Morgen starten wir zu einem Ausflug an die Sommebucht. Hier mündet der Strom, der auch durch Amiens seine Bahn zieht, in den Ärmelkanal. Die Reise beginnt mit einer Fahrt im Regionalzug nach Noyelles-sur-Mer. Hier startet die Schmalspurbahnfahrt mit der Chemin de Fer de la Baie de Somme. Die Fahrt dauert zwar nur etwa 20 Minuten, ist dafür aber besonders aussichtsreich. Auf den offenen Plattformen der Waggons erleben wir die vorbeiziehende Landschaft und den Dampf der Lokomotive hautnah.
Wir erreichen die kleine Stadt Saint-Valery-sur-Somme. Vom Bahnhof führt der Weg entlang der Somme durch die historische Altstadt mit ihren pittoresken Geschäften, Restaurants und Cafés. Wir gönnen uns ein Eis und steuern einen Aussichtpunkt an. Von hier aus sehen wir, wie sich die Flussmündung immer mehr zum Meer hin öffnet und in Entfernung auch den gegenüberliegenden Küstenort Le Crotoy. Ebbe und Flut sind in der Sommebucht ebenso zu erleben. Die Gezeiten sind hier deutlich erlebbar. Zurück nach Amiens fahren wir auf demselben Weg. Am folgenden Tag treten wir über Paris die Heimreise an.
Frankreich lockt nicht nur mit seiner Weltmetropole Paris und bekannten Regionen wie der Normandie, der Bretagne oder dem Burgund zum Besuch. Schon ein Wochenende oder Kurzurlaub reicht aus, verborgene und weniger bekannte Regionen Frankreichs zu entdecken. Und das alles mit einer komfortablen und entspannten Bahnreise Frankreich. Ich kann es nur empfehlen.
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