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Ich muss zugeben: Linz stand lange nicht ganz oben auf meiner persönlichen Reiseliste. Umso größer war meine Neugier, als ich mich für ein verlängertes Wochenende auf den Weg gemacht habe. Schon nach kurzer Zeit wurde mir klar: Diese Stadt ist anders und keine typische Touristenstadt, hier gibt es kein Abhaken von Sehenswürdigkeiten und Menschenmassen. Linz wirkt ehrlich und zeigt sich offen, authentisch und voller faszinierender Gegensätze. Als ehemalige Kulturhauptstadt Europas und UNESCO City of Media Arts zeigt Linz seine ganze Vielfalt zwischen Historie, zeitgenössischer Kunst und lebendiger Musikszene.
Der Zugvogel
Lena mag Städte, Land und Meer gleichermaßen. Ihr Urlaubsziel ist somit immer unterschiedlich: sei es ein aufregender Städtetrip oder eine erholsame Auszeit in der Natur, ob nah oder fern, ob Zug, Flug oder Auto - für sie zählt vor allem der perfekte Mix aus neuen Erlebnissen und Entspannung, kulinarischen Genüssen und einer netten Reisebegleitung.
Mein Rundgang begann am weitläufigen Hauptplatz. Die Dreifaltigkeitssäule zieht sofort den Blick auf sich und von hier aus lässt sich die Altstadt wunderbar erkunden. Ich schlenderte durch schmale Gassen, vorbei am Mariendom und am Alten Dom und hörte das Glockenspiel des Feichtinger-Hauses. Hier ertönen drei Mal täglich Werke österreichischer Komponisten.
Tipp: Während man den Klängen lauscht, bietet sich eine kleine Pause im Café des Feichtinger-Hauses an, das Glockenspiel ist nämlich der Namensgeber des “Kaffee Glockenspiels”.
Hoch über der Stadt thront das Linzer Schloss. Der Aufstieg lohnt sich – nicht nur wegen des größten Universalmuseums Österreichs, sondern auch wegen des Ausblicks über die Dächer der Stadt und die Donau.
Besonders faszinierend fand ich das Donauufer. Es ist Treffpunkt, Flanier- und Kulturmeile zugleich. Hier findet man gleich zwei Highlights aus Kunst und Kultur: im Brucknerhaus spürt man die musikalische Tradition der Stadt, während das Ars Electronica Center einen Blick nach vorn richtet. Interaktive Ausstellungen beschäftigen sich mit Kunst, Technologie und gesellschaftlichen Fragen. Linz lebt also auch hier von Kontrasten: Hip-Hop und elektronische Beats gehören hier genauso dazu wie Orgelmusik, Theater und klassische Konzerte.
Ein Ort, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist, ist das Q27 im 27. Stock des Quadrill Towers. Hier kann man über den Dächern von Linz essen, tanzen oder auch nur einen Drink im Sonnenuntergang genießen. Der 360-Grad-Blick über Linz und die Donau ist wirklich etwas Besonderes – und auch wieder etwas, das überrascht.
Ebenso beeindruckend war die Hafentour mit anschließendem Mural Walk. Die Kombination aus Donaufahrt und geführtem Rundgang durch den Mural Harbor zeigt Linz von einer ganz anderen Seite – mal wieder. Den Mural Harbor im Linzer Hafen zieren über 300 Graffitis von internationalen Künstlern, er ist somit die größte Graffiti Galerie Europas und kann nur im Rahmen einer Führung besichtigt werden.
Eine weitere besondere Aussicht eröffnete sich mir vom Pöstlingberg. Mit der historischen Pöstlingbergbahn ging es in ca. 20 Minuten vom Hauptplatz hinauf auf den Hausberg der Stadt.
Tipp für Familien: Für Kinder ist nicht nur die Fahrt ein Erlebnis, hier oben findet man auch die über 100-jährige Grottenbahn, die in eine fantasievolle Märchenwelt entführt. Besonderer Bonus: auf halbem Weg zur Endstation stoppt die Pöstlingbergbahn auch am Linzer Zoo mit über 600 Tieren, einem weiteren Highlight für Familien!
Meine Anreise nach Linz war Teil des Erlebnisses. Ich habe mich für die Bahn entschieden und meinen Aufenthalt mit einem passenden Hotel kombiniert.
Der Hauptbahnhof liegt zentral und viele Sehenswürdigkeiten lassen sich von hier aus bequem erreichen, sei es zu Fuß, mit dem Rad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Besonders angenehm fand ich, dass sich Linz auch vom Wasser aus entdecken lässt: Eine Schifffahrt auf der Donau eröffnet ganz neue Perspektiven auf die Stadt.
Eine besondere Option ist sicherlich auch die Anreise über Nacht mit dem ÖBB Nightjet. Der Nachtzug verbindet Linz mit zahlreichen deutschen Städten, darunter Hamburg, Berlin, Köln und Stuttgart. Je nach Wunsch stehen Sitz-, Liege- oder Schlafwagen mit eigenem Abteil zur Verfügung. Die Reisezeit aktiv nutzen und den Trip mit einem kleinen Abenteuer beginnen – klingt für mich nach dem idealen Start für eine Reise nach Linz.
Ich habe Linz an einem verlängerten Wochenende erlebt – und genau das hat sich als ideal erwiesen und reicht aus, um die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu sehen und dennoch genug Zeit für spontane Entdeckungen zu haben.
Besonders angenehm für eine Städtereise empfinde ich generell Frühling und Herbst. Die Stadt ist lebendig, aber nicht überfüllt. Im Sommer locken besondere Veranstaltungen am Donauufer und im September die kulturellen Höhepunkte Ars Electronica Festival und die Linzer Klangwolke im Donaupark.
Linz verbindet für mich Kultur, Geschichte und Gegenwart auf angenehme, unaufgeregte Weise - mit kurzen Wegen und Zeit für Kultur, für Ruhe und für eigene Entdeckungen. Ich habe Linz als Stadt erlebt, die ihre Gegensätze selbstbewusst vereint: Industrie und Kreativität, Geschichte und Gegenwart, Bewegung und Gelassenheit. Für mich ist Linz eine dieser Städte, die man vielleicht unterschätzt – und gerade deshalb umso lieber weiterempfiehlt. Und ganz sicher eine, in die ich zurückkehren werde.
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